Hausarztmedizin als lebenseffektive Therapie (HAMLET)

Die Tragödie von Wiliam Shakespeare war Inspiration bei der Namensgebung der Gruppe. © Sven Eisenreich

6. Hamlet-Treffen

5./6. Juli 2013 in Göttingen

Anwesend waren beim 6. Treffen eine Ethnologin, eine Psychologin, ein Soziologe und sechs Hausärzte, Ärzte für Allgemeinmedizin. Die Intention der Gruppe ist, das, was sich in der Hausarztmedizin abspielt, der Forschung zugänglich zu machen. Der Fokus dieses Treffens lag auf der Suche nach Kategorien und Dimensionen, mit denen sich lebenseffektive Therapie von Patienten erfassen und beschreiben lässz.

Die Arbeitsweise war die Diskussion am konkreten Fall und seiner Darstellung. Fünf Fallvorstellungen auf fünf verschiedene Art und Weisen waren die Diskussionsgrundlage:

  • eine drei Patientenfrequenz mittels Mikroszenenprotokoll, ½ Stunde Hausarztmedizin
  • ein Familiendiagramm mit den dazugehörigen Geschichten der Krankheit und des Kranken der Familienmitglieder
  • eine Fallgeschichte, Erleben über einen längeren Zeitabschnitt
  • Videoaufzeichnung eines Bilanzierungsgespräches und gleichzeitige Dokumentation per Mikroszenenprotokoll
  • Fallvorstellung einer Behandlung im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin mittels Mikroszenenprotokoll.

Es bestand Einigkeit darüber, dass zu einer Fallvorstellung die Geschichte des Kranken, der Krankheit und der Arzt-Beziehung gehört, wohingegen die Bewertung des Geschehens kontrovers diskutiert wurde. Zwischen saluto-genetischen Aspekten, Bilanzierung, Benennen des Ergreifenden, Entwicklungsimpuls, Perspektivenwechsel und der Subjektivität des Arztes bewegte sich die Suche nach dem, was das Gelingen in der Arzt-Patient-Beziehung ausmacht.

Wie sich sechs individualistische Hausärzte auf eine Linie, in dem Fall auf gemeinsame Kategorien, bringen, war spannend und nur mit Hilfe der Ethnologin, des Soziologen und der Psychologin ansatzweise möglich. Der Prozess ist nicht abgeschlossen, in sechs Monaten findet die Fortsetzung statt.

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