Integrierte Medizin

Subjekte haben eine Geschichte, in der sie zu dem geworden sind, was sie in der Gegenwart darstellen. Man kann das auch dadurch ausdrücken, dass man sagt: „Subjekte sind ihre Geschichte.“

Subjekte haben eine Geschichte, in der sie zu dem geworden sind, was sie in der Gegenwart darstellen.

Integrierte Medizin geht davon aus, dass jeder Mensch als Subjekt seine Geschichte ist, die mit seiner Geburt beginnt und mit seinem Tod endet. Unter diesem Aspekt ist jeder Mensch ein vielbändiger Roman. In diesem Roman umfasst seine Geschichte als Patient einen kurzen Abschnitt, ein längeres Kapitel oder mehrere Bände. Medizin als Wissenschaft hat die Aufgabe, die Begriffe zu liefern, die dem Arzt die Werkzeuge geben, um seine Patienten in diesem Sinne als Subjekte zu erfassen und zu behandeln.

Die Aufgaben des Arztes lassen sich dann in fünf Punkte gliedern:

  • Er muss die Geschichte des Patienten (auf dem Hintergrund seiner Geschichte als dieser Mensch) erfassen und die nicht-triviale Natur seiner Probleme als Passungsverlust zwischen dem Patienten (und dessen Organismus) und seiner Umwelt interpretieren.
  • Er muss seine Rolle als Arzt in der Landschaft dieser Probleme identifizieren.
  • Dabei muss er die Frage beantworten: Was muss ich von diesen Problemen „trivialisieren“?
  • Gleichzeitig gilt es festzustellen: Wie sieht das nicht-trivialisierbare Problem aus?
  • Und schließlich gilt es die Frage zu lösen: Wie gehe ich mit diesen Problemen um?
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