2. PNI-Kongress in Innsbruck wieder ein voller Erfolg

Bergstation der Hungerburgbahn in Innsbruck. © Sven Eisenreich

Über 500 Teilnehmer aus Forschung und Praxis

Psychoneuroimmunologie im Lauf des Lebens. Das Unsichtbare hiner dem Sichtbaren – Wege zu einer neuen Medizin

Mit weit über 500 Teilnehmern aus Forschung und Praxis war auch die zweite PNI-Tagung  „Psychoneuroimmunologie im Lauf des Lebens – Das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren – Wege zu einer neuen Medizin“ vom 14.-16. September 2018 in Innsbruck ein voller Erfolg für Professor Dr. Dr. Christian Schubert. Schubert ist Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie (PNI) an der Medizinischen Universität Innsbruck und Vorstandsmitglied der Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin (AIM).

Wir haben offenbar inhaltlich gut an unsere erste Tagung im Jahr 2016 anknüpfen können.  Die Idee, sich mit dem Unsichtbaren hinter dem Sichtbaren auseinanderzusetzen, hat die Teilnehmer, aber auch die Referenten begeistert“, so Schubert im Interview. Schubert hatte die Tagung wie zuvor gemeinsam mit Magdalena Singer (Wien) und Professor Dr. Kurt Zänker, Institut für Immunologie der Universität Witten/Herdecke organisiert. Schubert fordert seit Jahren einen biopsychosozialen Forschungszugang, weg von großen Kohorten- hin zu integrativen, biopsychosozialen Einzelfallstudien. Seiner Ansicht nach können nur so die komplexen psychoimmunologischen Zusammenhänge untersucht werden.

Das Programm war bunt gemischt. Wer Interesse an molekularbiologischer Grundlagenforschung hatte, wurde genauso bedient wie diejenige, die wissen wollte, wie Klang und Sound als basale Erfahrungsdimension des Unbewussten wirken können.

Durchgehend gut besuchter Saal im Congress Innsbruck.

Die Vielfältigkeit der Forschungsschwerpunkte zeigte auch, dass es „die PNI-Forschung“ streng genommen gar nicht geben kann, sondern, dass ähnlich wie in der Psychosomatik, nur systemisches Verständnis von Zusammenhängen neue Erkenntnisse liefert. Hieß es vor zwei Jahren bei Horst Kächele noch: „Evidenz haben wir genug! Sie hat nur keine klinische Bedeutung“ , war die Tagung diesmal schon einen Schritt weiter und fragte: „Wo ist die Evidenz für die Evidenz?

Auch die Themen der AIM waren gut vertreten. Vorstandsmitglied Wulf Bertram sprach noch am Eröffnungstag über den Dualismus in der Medizin und verwies unter anderem darauf, dass ärztliche Kommunikation mit der neuen Approbationsordnung ein obligatorisches Prüfungsfach ist, das mit einem mündlichen Examen abgeschlossen werden muss. Maßgeblich beteiligt an dieser Neuerung war Professorin Jana Jünger, seit vielen Jahren Mitglied  der AIM und heute Direktorin des Instituts für Medizinische und Pharmakologische Prüfungsfragen (IMPP) in Mainz. Jünger entwickelte den „Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM)“ mit, in dem die Ärztliche Kommunikation eine zentrale Rolle spielt. Im Klartext bedeutet das, dass die Gedanken der Integrierten Medizin und die Forderungen Thure von Uexkülls offiziell Eingang in die medizinische Lehre gefunden haben.

Der andere könnte Recht haben. Hans Georg Gadamer.

Miriam Haagen, Gisela Volck und Sven Eisenreich, ebenfalls Vorstandsmitglieder der AIM, moderierten jeweils einen eigenen Workshop. Haagens Thema waren unklare Körperbeschwerden im Jugendalter als Ausdruck von Kommunikationsstörungen zwischen Jugendlichen, Eltern und Ärzten. Volck und Eisenreich führten in das Konzept der Integrierten Medizin Thure von Uexkülls ein.

Alles in allem war es eine gut gelungene und vor allem auch gut organisierte Tagung. Wie schon vor zwei Jahren wurden alle Vorträge der Tagung auf Video aufgezeichnet, waren schon während der Veranstaltung käuflich zu erwerben, sind aber auch online bestellbar.

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Wie beim letzten Mal sichtlich zufrieden: AIM-Vorstandsmitglied Christian Schubert.

Christian Schubert war sichtlich zufrieden mit der Tagung. „Wir sind auf dem richtigen Weg und gehen weiter. Im Kopf plane ich schon die dritte PNI-Tagung, wir haben die Teilnehmer nach ihrem Interesse an einer psychoneuroimmunologischen Fachgesellschaft gefragt, konzipieren neue Forschungs- und Behandlungsdesigns, mit anderen Worten: Es gibt viel zu tun.“

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