Um Welten voraus

25 Jahre Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin

20. Jahrestagung der AIM – 19.-20. Oktober 2018 in Glottertal

Organismus und Umwelt sind eine untrennbare Einheit. Und so ist auch der Mensch nur in seiner ihn umgebenden Welt – seinem Rahmen, seinem Kontext – zu verstehen. Mit dieser Sicht war Thure von Uexküll seiner Zeit um Welten voraus, und er wünschte sich eine Medizin, die Krankheit, Kranksein und dem kranken Menschen ebenso begegnet. Es war seine Vorstellung einer Integrierten Medizin.

Unser praktischer und klinischer Alltag ist meist ein anderer. Persönliche und berufliche Lebenswelten der Patienten spielen im Verständnis von Krankheit immer weniger eine Rolle. Der individuelle Rahmen wird ignoriert, im Sinne einer scheinbar objektiven Wissenschaft gar negiert, wohingegen der wirtschaftliche Rahmen und ökonomische Ziele an Bedeutung zunehmen. Sie bilden den maßgeblichen Kontext, in dem Heilkunst heute stattfindet bzw. stattfinden soll.

Doch Heilungsprozesse brauchen mehr als einen wirtschaftlichen Rahmen, in dem sie sich rechnen sollen. Sie brauchen eine Welt, eine Umwelt und damit Bedingungen, in denen sie sich im Sinne der Selbstorganisation entwickeln können.

Die Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin (AIM) will diesen Umweltaspekt von Kranksein und Gesundwerden ganz in den Mittelpunkt ihrer 20. Jahrestagung stellen. Beginnend bei unseren frühen Umwelten, in die wir hineingeboren werden bis zu Endpunkten unseres Lebens, an denen wir auf Pflege angewiesen sind.

Wir wünschen uns von der Tagung wichtige Impulse für eine neue Medizin, in deren Mittelpunkt der Mensch in seiner Umwelt steht.

Herzlich, Ihr

Werner Geigges
Sprecher des Vorstands der Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin (AIM)

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