Hausarztmedizin als lebenseffektive Therapie (HAMLET)

Die Tragödie von Wiliam Shakespeare war Inspiration bei der Namensgebung der Gruppe. © Sven Eisenreich

Hamlet-Treffen

29./30. März 2014 in Kassel

Seit 2011 trifft sich in halbjährlichen Abständen die Forschungsgruppe Hamlet. Bei dem Treffen im März waren acht Allgemeinmediziner, eine Praxismanagerin, eine Psychologin und eine Ethnologin anwesend.

Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass Hausärzte ihre Patienten über lange Zeiträume begleiten und ein komplexes Wissen über die Krankheiten, Lebensprobleme und Geschichte der Kranken haben.
Im Zentrum der gemeinsamen Überlegungen steht die Frage, wie der Wirkfaktor hausärztlichen Handelns beschrieben, im Studium vermittelt werden und wie er in die Forschung eingehen kann.

Als Dokumentationshilfe wird vorwiegend auf das Mikroszenenprotokoll, das über das Arzt-Wissen bzgl. der Geschichte der Krankheit, des Kranken, der Arzt-Patient-Beziehung und die Einbettung der Begegnungen in den gesamten Tagesablauf Auskunft gibt, eingesetzt. Dabei wird einerseits über eine Vielzahl weiterer Kategorien und andererseits über eine Reduktion disku-tiert.

Die Tragödie von Wiliam Shakespeare war Inspiration bei der Namensgebung. Vielleicht ist es aber auch eine Anspielung auf die „Tragödie des Arztes“, die er jeden Tag aufs Neue in seiner Praxis erleben und gegen die er ankämpfen muss.

Gisela Volck und Vera Kalitzkus stellten eine Variante mit teilnehmender Beobachtung durch eine Sozialwissenschaftlerin vor. Als weitere Kategorie wurde die Fremdperspektive – Rolle/Bedeutung als Hausärztin- eingeführt.

Gernot Rüter führte in die Neue Phänomenologie von Hermann Schmitz ein und untersuchte, ob die Schmitz’schen Begriffe wie Engung – Weitung und Personale Emanzipation – Personale Regression als Kategorien geeignet sind.

Uli Sappok stellte seine Überlegungen zum Gebrauch des Mikroszenenprotokolls im E-Logbuch für Studierende des Instituts für Allgemeinmedizin, Uni Düsseldorf, vor.

Martin Erdmann hatte einen differenzierten Entwurf einer Systematik der ärztlichen Interventionen (dissonant, konfrontativ, direktiv, partizipativ, dialogisch, situativ, praktisch inspirativ, intuitiv) erarbeitet.

Eine geplante Fallpräsentation aus dem Projekt Bilanz (Uni Göttingen/Düsseldorf) wurde verschoben und wird Teil des nächsten Treffens sein.

Für das nächste Treffen am 17./18. Oktober 2014 steht das Thema „Qualitative Forschung – Die Wirkfaktoren hausärztlichen Handels“ auf dem Plan.

Die Gruppe ist offen, an dem Thema Interessierte sind eingeladen! Bei Intereese wenden Sie sich bitte an die Redaktion.

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